Ein Konzept, viel Überzeugungskraft und extrem viel Tatendrang, aber häufig auch wenig Erfahrung, kaum Reputation und ein XING-Adressbuch voller Gleichgesinnter. Das ist die regelmäßige Ausgangssituation von Gründern und nicht immer geeignet, wenn es darum geht, große Herausforderung schneller zu lösen als andere. Eine Kooperation mit einem Großkonzern ohne Reputation? Wichtige Vertragsverhandlungen ohne Erfahrung? Hier schlägt die Stunde von Mentoren und Beiräten. Das Netzwerk eines Gründers muss mit seinen Herausforderungen wachsen.

Der Begriff eines Mentors ist dabei dehnbar. Bei spendino haben wir gleich drei unterschiedliche Personenkreise, die in diese Definition passen. Naheliegend sind Business Angel, die man regelmäßig um Rat und Kontakte fragen kann. Business Angel haben jedoch ein Kapitalinteresse, gelegentlich ist eine unabhängige Person besser, die noch voll im Job steckt und möglichst 2 bis 3 Schritte weiter ist, als man selbst und „mal eben“ eine Frage zu einem operativen Problem beantworten kann. Die dritte Personengruppe sind Beiräte, in meiner Definition aber nicht als Kontrollorgan, sondern als Gremium das dem jungen Gründerteam Reputation verleiht und Türen öffnet. Hier sind herausragende Persönlichkeiten gefragt, die selten aber dafür umso schlagkräftiger bei einer Herausforderung helfen.
Auf der Suche nach Beiräten können Netzwerke eine wichtige Rolle spielen. Gerade wenn man bei Null anfängt ist das der schnellste Weg zum Erfolg. Aus eigener Erfahrung kann ichmedia.net Berlin-Brandenburg mit seinem media.net:catapult Programm empfehlen.

Das media.net:catapult ist in diesem Jahr erstmalig gestartet. Hier wurden 20 Startups nach einem Bewerbungs- und Auswahlprozess mit erfahrenen Managern und Unternehmern zusammengebracht. Ergänzt wird das Programm um catapultCLUB, feste Gesprächsrunden der „jungen“ Gründer unter sich, ein Format das auf Vertrauen basiert und das sein Vorbild in den Foren der Entrepreneurs Organization hat. In Kürze beschrieben sind die Clubs Selbsthilfegruppen für Unternehmer, bei denen auch private Themen zur Sprache kommen. Auf den ersten Blick etwas befremdlich sind die Gesprächsgruppen sehr wertvoll und wichtig.

Bei der Frage nach Honoraren für Mentoren und Beiräte spüre ich häufig die größte Unsicherheit. An dieser Stelle gibt es sicher verschiedene Erfahrungen.  Aus meiner Sicht ist eine Entlohnung nicht notwendig, persönliche Begeisterung und die Möglichkeit ein junges Gründerteam zu fördern überwiegen. Wird aus dem Startups ein etabliertes Unternehmen kann sich das natürlich ändern. Realistisch haben Gründer nicht das Budget, hochkarätige Personen mit Geld für sich zu interessieren.  Hier gilt es über die Begeisterung hinaus weitere nicht monetäre Anreize zu finden.

Während der Weg zu einem Mentor über ein Programm wie media.net:catapult führen kann ich für die Gewinnung eines Beirats ein Konzept und Initiave gefragt. Die Lieblingskanditaten müssen zuerst identifiziert werden. Lässt sich keine Empfehlung über einen eigenen Kontakt herstellen hilft nur die Direktansprache und ein Maximum an Begeisterungskraft. Dabei gilt es einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Das erste Beiratsmitglied muss gewonnen werden und wird möglicherweise aktiv, insbesondere aber mit seiner Strahlkraft, die Ansprache von weiteren Personen vereinfachen.

Leave a Reply